Schlüterclub Südtondern e.V.
  


Eine Reise in den Süden PDF Drucken E-Mail
 Zur Vorgeschichte:

Eigentlich hatte ich mit Schlüter gar nichts am Hut. Ich bin kein Landwirt und habe noch nie einen Schlepper gefahren.

Als dann meine Tochter Antje ihren Jugendfreund Reiner Eggers heiratete und ihren Beruf als PTA aufgab, um Bauersfrau zu werden, kam ich dem Schlüter schon etwas näher.

Reiner ist nämlich ein Landwirt mit Leib und Seele und ein überzeugter und begeis-terter Schlüterfan. Mein Schlüsselerlebnis aber war der 1. große Feldtag am 12. und 13. Oktober 1996 in Risum-Lindholm. Ich hatte natürlich von der Gründung eines â€žSchlüterclubs Südtondern“ gehört, auch von einem geplanten Schlütertreffen.

Als ich dann am Morgen des 12. Okt. 1996 mit meinem Hund Raudi meinen all-täglichen Routinerundgang durch die nahegelegenen Felder machte, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen und war einfach überwältigt.

Ich sah etwa 50 herausgeputzte Schlüter-Schlepper in Reihe und Glied, eine Unzahl an landwirtschaftlichen Gerät, einen riesengroßen Kran, an dem ein Schlüter-Oldi hing, ein großes Festzelt und vieles mehr.

Und ich sah eine kilometerlange Autokolonne mit Kennzeichen aus Süddeutschland, Dänemark, ja sogar aus Österreich und der Schweiz und Tausende von Menschen, die zum Gelände des Feldtages strömten.

So etwas hatte ich vorher nur auf großen Messen und auf Großflugtagen der Luftwaffe erlebt, in unserem Dorf hatte es so etwas noch nie gegeben.

Ich war dann mit Frau und Kindern an beiden Tagen von morgens bis abends Besucher des Feldtages und habe viele interessante Dinge gesehen und gehört, ich sah in freund-liche und zufriedene Besuchergesichter und hörte Sprüche wie:“ So etwas habe ich noch nicht gesehen“ oder „Hier ist ja mehr los als auf der NORLA!“

Alles war eine runde gelungene Sache die Tausende von Menschen begeistert hat.

Mir war aber auch klar, daß die Planung und Durchführung einer solchen Groß-

veranstaltung enorm viel Zeit und Arbeit kostet und ich fragte mich: Was sind das

eigentlich für Männer und Frauen, die so etwas auf die Beine stellen? Die haben doch

alle einen Betrieb zu bewirtschaften oder stehen voll im Beruf!

Ganz spontan sagte ich mir: in diesem Schlüterclub willst du Mitglied werden. Meinem Antrag auf Mitgliedschaft wurde wohlwollend stattgegeben.

Und so kam es dann: Ich kaufte mir eine Schlüter-Weste und Mütze – beide sind seit-dem meine ständigen Begleiter – und interessierte mich fortan für alles was mit Schlüter und Landwirtschaft zu tun hat.

Als dann Ende 1996 eine Fahrt zu den Wurzeln des Schlüter geplant wurde, stand mein Entschluß fest:

Da fahre ich mit!

 
Die Reise

Mittwoch, 12. März 1997. Obwohl ich Frühaufsteher bin, klingelt mein Wecker viel zu früh – 4.00 Uhr. Raus aus den Federn, Duschen, Rasieren, Zähne putzen, Kaffee-maschine an. Weste Mütze, alles dabei? Frühstück im Eiltempo, mittleres 5 Tage-Gepäck steht schon im Windfang.

Dann leise Schritte auf der Treppe, meine Frau Ose verabschiedet mich herzlich und wünscht mir eine gute Fahrt.

Draußen ist es stockdunkel, feucht und kühl, die Straßenbeleuchtung ist noch nicht an. So schlappe ich mit meiner vollbepackten Reisetasche und umgehängter Taschenlampe die Dorfstraße lang zum Hof von Hans-Walter Sievert, wo wir uns treffen wollen.

Ja, dort steht schon ein Riesenschiff von Bus, um ihn herum geschäftiges Treiben. Unser Fahrer, er heißt Jürgen und kommt aus dem mecklenburgischen Kühlungsborn, und einige Clubmitglieder verstauen Gepäck und Proviant – größtenteils flüssig – in den Unterflurräumen.

Antje, unsere Reiseleiterin, hakt jeden Ankömmling auf ihrer Passagierliste ab und Reiner, unser Vormann und Organisator der Fahrt, schnackt.

Im Inneren des Busses empfängt mich eine gemütliche und anheimelnde Atmosphäre. Jürgen hat das Schummerlicht angeschaltet, aus den Lautsprechern klingt leise gemäßigte Musik. Auf den hinteren Bänken sind einige Freunde schon wieder in die Waagerechte gegangen und segeln schnarchend südlichen Gefilden entgegen.

Manne, unser Versorgungsspezialist ist gerade damit beschäftigt, unzählige 30-er-Packs „Bärlis“ in den seitlichen Hutablagen zu verstauen. Sein besorgter Gesichts-ausdruck signalisiert mir seine Zweifel, alle Packs im Bus unterbringen zu können. Der Bus hätte von seiner Größe her leicht die doppelte Anzahl von Reisenden aufnehmen können, Platz ist genug. Ich wähle eine Sitzbank in vorderen Drittel und richte mich gemütlich ein. Die noch nicht gelesene Zeitung vom Vortag, einige Straßenkarten und das Programm der Fahrt liegen neben mir.

Pünktlich um 5.00 Uhr starten wir gen Süden, über Husum geht es nach Heide. Kurz vor Heide nehmen wir zwei Freunde aus Dithmarschen auf. Über die A23 erreichen wir Hamburg.

Als uns der Elbtunnel in Richtung Süden ausspuckt fahren wir in einen hellen, son-nigen Vorfrühlingstag. Die A7 führt uns durch die Lüneburger Heide nach Hannover. Auf einem Rastplatz nehmen wir unseren jüngsten Schlüterfan auf. Es ist Karsten Pieper, 16 Jahre alt und stammt aus der Gegend von Celle.

Weiter geht es in Richtung Kassel. Die Landschaft hat sich verändert, wir sind im Mittelgebirge, für uns Flachländer ein ungewohnter Anblick. Bewaldete Berghänge, gemütliche Runddörfer an ihren Flanken, sternförmige Kulturflächen drum herum und Schlepper bei der Arbeit mit 20°- Schräglage.

Auf einem Rastplatz bei Kassel treffen wir auf unseren letzten Zusteiger, es ist Stefan Baehr aus Dortmund. Er war schon beim 1. Feldtag in Risum dabei und hat sich mal eben von seinen Eltern nach Kassel kutschieren lassen. Sein Einstand sind 2 Kästen feinsten Dortmunder Bieres, wie sich später zeigt, eine gute Ergänzung unseres schon üppigen „Flens“-Bestandes.

An der Raststätte Großenmoor legen wir dann bei herrlichen Frühlingswetter eine Mittagspause ein. Von Jürgen erfahre ich, welche Probleme ein Busfahrer auf großer Fahrt mit seinem Lieblingskind der Tachoscheibe hat. Nach einer Stunde geht es dann weiter. Über die Röhn-Autobahn Richtung Würzburg.

Jürgen fährt einen heißen Reifen, wir passieren Würzburg, Nürnberg und nehmen Kurs auf Regensburg. Wenige Kilometer südlich von Regensburg liegt unser erstes Etappen-ziel: Der Laden und die Modellwerkstatt von Wolfgang Reisinger in Alteglofsheim. Für Uneingeweihte: Wolfgang baut Traktorenmodelle, hauptsächlich Schlüter, im Maßstab 1:25 und 1:32, die – könnte man sie 1:1 aufblasen – vom Original kaum zu unterscheiden wären. Außerdem betreibt er einen Laden und Versandhandel für fast alles, was es auf dem Modellmarkt in Sachen Landwirtschaft und Baumaschinen gibt.

Wir kennen Wolfgang und seine Frau Anni vom 1. Feldtag und anderen Veranstal-tungen, viele Clubmitglieder sind seine Kunden.

Nach 12 Stunden Fahrt erreichen wir gegen 17.00 Uhr die Abfahrt Regensburg Süd. Wie verabredet, treffen wir dort auf Wolfgang. Nach kurzem „Hallo“ lotst er uns durch dichten Feierabendverkehr nach Köfering, einen Nachbarort von Alteglofsheim. Hier beziehen wir in 2 Gasthöfen Quartier und fahren dann weiter nach Alteglofsheim in die Gartenstraße 7 zum schmucken Anwesen von Anni und Wolfgang. Von weitem grüßt uns eine Schlüter-Flagge am Mast und mitten im Vorgarten steht zu unserer Über-raschung ein Schlüter Super 1500 TVL, herausgeputzt als wäre er gerade vom Band gelaufen. Wolfgang hat sich den Schlepper ausgeliehen von einem befreundeten Land-wirt, den wir am selben Abend noch kennenlernen.

Eine weitere Überraschung sind 2 Schlüterwesten, die schon da sind. In ihnen stecken Lothar Jäger und sein Sohn Karl-Wilhelm vom Club „Schlüterfreunde Hessen“. Sie kommen aus Hünfelden-Dauborn, nahe Limburg und sind auch Mitglieder unseres Clubs.

Nach ausgiebiger Begrüßung besichtigen wir Wolfgangs Laden und sind von der Vielfalt seines Angebotes überwältigt. Dann ist die Werkstatt dran, in der schon so mancher Mini-Schlüter entstanden ist.

Danach geht es zum gemütlichen Teil über. In einem urigen Partyraum wird uns köst-liche Schweinshaxe mit Kraut und Brezeln serviert, dazu feinstes bayrisches Bier vom Faß und natürlich mitgebrachte Feiglinge bis zum Abwinken. Daneben gibt es aber auch sehr interessante Gespräche und Fachsimpeleien, u.a. mit dem selbständigen Schlütermonteur Baumann. Gegen 1.00 Uhr wird zum Zapfenstreich geblasen, der nächste Tag wartet mit einem vollen Programm.

Donnerstag, 13. März 1997, 9.00 Uhr. Nach üppigem Frühstück sitzen wir alle wieder im Bus. Antje hat durchgezählt, keiner fehlt. Bei bestem Wetter fahren wir über Landshut in Richtung Freising, dem eigentlichen Höhepunkt unserer Reise.

Dr. Anton Schlüter und seine Frau Elfriede haben uns ins Ramada-Hotel zum Essen eingeladen.

Die niederbayerische Landschaft erinnert ein wenig an Schleswig-Holstein, flach, keine Berge in Sicht, nur die Architektur der Häuser ist anders. Gegen 11.00 Uhr erreichen wir Freising. Die Fahrt führt uns vorbei an den legendären Schlüterwerken.

Bis auf die unter Denkmalschutz stehende Altgebäude mit den 2 markanten Türmen, ist alles abgerissen und weicht einem gigantischen Wohnghetto. Ein trauriges Bild, viele wehmütige Blicke gehen in diesem Moment aus unserem Bus herüber, dorthin, wo einmal bärenstarke, robuste und zuverlässige Traktoren gebaut wurden.

Das „Ramada“ ist ein Hotel der Spitzenklasse. Hier steigen Besatzungen der inter-nationalen Fluglinien ab, hier finden Ärztekongresse und Arbeitsessen von Industrie-managern statt. Als wir von ihm Besitz ergreifen, schauen einige nadelgestreifte Herren doch ein wenig verwundert auf uns, in Jeans und unseren doch schon teilweise recht verblichenen Schlüterwesten. Wären wir nicht Schlüterjünger, einige fühlten sich doch etwas „underdressed“.

Das Hotelpersonal reagiert überraschend erfreut auf unser Erscheinen und ist aus-gesprochen freundlich und nett. Vielleicht sind wir für sie ja eine lockere Bereicherung der sonst wohl etwas steifen und kühlen Hotelatmosphäre.

Im Foyer werden wir von Dr. Anton Schlüter und seiner Frau ganz herzlich begrüßt, kleine Gastgeschenke und Blumen werden überreicht, es ist ein Wiedersehen, 5 Mo-nate nach unserem 1. Feldtag.

Als danach der für uns festlich dekorierte Speisesaal nach Nordfriesenart regelrecht gestürmt wird, wird uns auch das verziehen. Das Essen ist vom Feinsten: Nach einer Tomatenkraftbrühe, Kalbsmedaillons in Zitronenmelisse mit Erbsenschoten, Finger-karotten und feinen Nudeln. Danach Halbgefrorenes von Passionsfrüchten.

Nach dem Essen hören wir einen sehr interessanten Vortrag von Dr. Schlüter über die gesamte Entwicklung seines Werkes (in doppelten Sinn), über nationale und inter-nationale wirtschaftliche Entwicklungen, speziell auf dem Traktoren-Markt und über das unrühmliche und traurige „Aus“ von Schönebeck/ Elbe. (Zur Erklärung: In Schönebeck sollten nach der Wiedervereinigung in einem ehemaligen VEB-Werk Schlüter-Schlepper weiter produziert werden, doch hier hatte es offensichtlich am nötigen „Know-how“ gefehlt.)

Dr. Schlüter hat zu unserem Essen ehemalige Schlütermitarbeiter eingeladen, so Herr Meier ( Betriebsleiter), die Herren Prinner und Bissinger (Ersatzteilversorgung), jetzt beide Mitarbeiter der Firma Egelseer, und Herrn Egelseer persönlich. Dadurch ergeben sich Gespräche über aktuelle Fragen, auch das brennende Thema „Ersatzteil-versorgung“ kommt auf den Tisch. (Inzwischen läuft die Versorgung durch die Firma Egelseer sehr gut.)

Am späten Nachmittag heißt es Abschied nehmen unser Etappenziel ist noch 100 km entfernt. Über München soll es nach Aschering am Starnberger See gehen. Hier wohnt Karl-Heinz Fischer. Karl-Heinz war 26 Jahre Testfahrer, Vorführer und Notfallmonteur bei Schlüter in Freising und ist dabei fast um die halbe Erde gefahren bzw. geflogen. In 28 Länder hat Karl-Heinz Schlüter-Schlepper in Einsatz gebracht.

Beim 1. Feldtag in Risum hat er übrigens den 500-er mit einem 12 Scharpflug vor-geführt.

Als wir im dichten Feierabendverkehr auf der Ostumgehung von München in einen unfallbedingten Stau zu geraten drohen, verwandelt sich unsere rührige Reiseleiterin plötzlich in eine professionelle Verkehrslotsin. „ Papa hast du einen Stadtplan von München dabei?“ weckt sie mich aus der Verarbeitung des gerade Erlebten. Natürlich habe ich, er liegt aufgeschlagen neben mir. Und schon geht es los: „Jürgen, die nächste Abfahrt raus, dann links, 2 km geradeaus Richtung Zentrum, dann rechts den blauen Schildern „Garmisch-Partenkirchen“ folgen usw. usw... So kommen wir ohne größeren Zeitverzug mitten durch München, vorbei am eigenwilligen Bau des Olympiastadions, die Frauenkirche in Sicht und erreichen die nach Süden führende Autobahn Richtung Starnberg.

In Pöcking am Starnberger See finden wir unser Quartier für die nächsten 2 Tage. Es ist der urgemütliche, typisch bayrische Gasthof â€œZur Post“. Karl-Heinz Fischer erwartet uns und dirigiert Jürgen zum Parkplatz. In einer behaglichen Gaststube mit Kachelofen, buntkarierten Gardinen und blankgescheuerten Holztischen empfangen wir unsere Schlüssel und steigen über eine knarrende Holztreppe nach oben in unsere Zimmer. Auch hier: bayrische Gemütlichkeit!

Nach kurzem Frischmachen geht es dann noch 4 km weiter ins 130-Seelen-Dorf Aschering zum Haus von Karl-Heinz. In diesem Haus befindet sich die „Bärenhöhle“, eine Mischung aus urigen Partykeller und Schlütermuseum. Man kann sie gar nicht beschreiben, man muß sie gesehen haben. Alte Bilder, Prospekte, Modelle, Flaggen, Urkunden und Auszeichnungen und vieles mehr. Alles liebevoll präsentiert. Sogar eine komplette und sehr umfangreiche Sammlung der Flugtickets und Fahrkarten von Karl-Heinz ist zu sehen.

Hier in der Bärenhöhle verbringen wir einen netten Abend bei leckeren Schnitten, Faß-bier und Feiglingen.

Kurz nach Mitternacht geht es dann zurück nach Pöcking in die Post. Einige ganz Ver-wegene wagen dann noch den Sprung ins Starnberger Nachtleben, selbstverständlich in Weste...

Freitag, 14. März 1997. Für uns steht ein weiterer Leckerbissen auf dem Programm, die Besichtigung des Landmaschinenmuseums von Leo Speer, genannt „Lanz-Leo“ im niederbayerischen Mittelrohrbach bei Eggenfelden.

Heute kommen wir etwas später in Gang. Einige Nachtschwärmer haben am Frühstückstisch doch erhebliche Probleme beim Aufschneiden ihrer Brötchen. Aber unter Schlüterfreunden hilft man sich ja gegenseitig. Um 9.15 Uhr stimmt der Vollzähligkeitsappell. Karl-Heinz ist natürlich dabei.

Jürgen schmeißt den Diesel an und „Auf geht’s!“ Bei bestem Wetter fahren wir an München vorbei auf die A92 Richtung Deggendorf bis Landshut, dann rechts ab und über Landstraßen nach Eggenfelden. Nach 2 Stunden sind wir am Ziel. Leo, ein Unikum niederbayerischen Urgesteins und seine Frau Traudl begrüßen uns wie alte Freunde.

Was wir hier zu sehen und vorgeführt bekommen, ist die Fahrt wirklich wert. Auf über 400 qm Ausstellungsfläche stehen über 40 Großgeräte aus vergangenen Tagen. Dampfmaschine, Lokomobile, Dreschwagen, 19!!! Lanz-Trecker der Baujahre 1938-1965, stationäre Motoren und vieles mehr. Alles ist repariert originalgetreu restauriert und bis auf wenige Ausnahmen betriebs- bzw. fahrbereit. Später werden einige Trecker angeworfen, ihren urigen 1-Zylinderklang kenne ich noch aus meiner Kindheit.

Seit einem schweren Verkehrsunfall 1966 ist Leo schwer gehbehindert, seiner Leiden-schaft zum Basteln und Reparieren hat dieses Unglück aber nicht geschadet. Seine Trecker fährt er mehr im Stehen als sitzend. Nie werde ich das Bild vergessen, als Leo mit einem alten Lanz, umhüllt von Auspuffqualm, die abschüssige Dorfstraße von Mittelrohrbach hinunter donnert.

Ja, und dann wartet da noch, in einer etwas abgelegenen Scheune verborgen, eine besondere Kostbarkeit auf uns. Ein Schlüter Super 1500 V, Baujahr 1968, 150 PS,

8 Zylinder, Hubraum 9504 ccm. Nur 4 x gebaut, 3 sind noch fahrbereit, einer steht vor uns. Der Anblick dieses Schleppers erhöht den Puls vieler Freunde erheblich, das spüre ich. Sogar unsere „Hängematten“ kommen auf Drehzahl.

Die Scheune ist vollgestellt mit allerlei Gerät und Gerödel, ein Herausfahren des Schleppers scheint unmöglich, ist von Leo auch nicht beabsichtigt. Aber da hatte er wohl nicht mit dem Tatendrang unserer Clubmitglieder gerechnet.

Ratz-Fatz, ohne ein Wort, wird in wenigen Minuten alles beiseite geräumt, der Weg ist frei. Leo muß ihn rausfahren. Der Schlepper war vorher 8 Monate nicht gelaufen und springt auf den ersten Schlag an. Sein satter 8-Zylindersound ist Musik in unseren Schlüterohren. Einige von uns machen für eine Spende zu Gunsten des Museums eine Probefahrt.

Traudl (Mei, is des schee!“) hat inzwischen für uns einen leckeren, frischen Leberkäs mit Salat zubereitet. In einer freundlichen Besucherstube lassen wir ihn uns schmecken. Nach dem Essen können wir uns einen nochmaligen Rundgang nicht verkneifen. Aber dann wird’s Zeit, wieder kommt ein Abschied von Menschen die wir mögen und liebgewonnen haben. Abschied von Leo und Traudl.

Auf der Rückfahrt nach Pöcking machen wir noch einen Abstecher zur Firma Egelseer in Aufkirchen bei Erding. Herr Egelseer hat uns in Freising dazu eingeladen.

Dr. Schlüter ist extra von Freising rüber gekommen, um uns noch einmal zu treffen. Das Lager der Firma Egelseer beeindruckt uns durch seine Größe und den Umfang der gelagerten Teile. Nach der "Pleite" von Schönebeck hat Herr Egelseer alle Schlüterteile zurück gekauft. Es wird uns nochmals versichert, daß die Ersatzteilversorgung auch für die weitere Zukunft gesichert ist. Was ausgeht wird neu gefertigt.

Im Hof der Firma erwartet uns eine weitere Rarität: Ein Schlüter Euro-Trac in schlüter-rot-metallic, Baujahr 1997! Er wurde aus zurückgekauften Teilen gebaut. Komplette Teilesätze für 15 weitere Schlepper dieses Typs liegen auf Lager.

Nach etwa 2 Stunden verabschieden wir uns ganz herzlich von Dr. Schlüter, Herrn Egelseer und seinen Mitarbeitern und fahren weiter nach Pöcking. Gegen 20.00 Uhr sind wir wieder in unserem Gasthof „Zur Post“. Wir sind alle ziemlich geschafft und müde. Trotzdem versammeln wir uns nochmals bei Karl-Heinz in der Bärenhöhle und feiern Abschied.

Samstag, 15. März 1997. Heute wollen wir unser letztes Etappenziel ansteuern. Es ist der Betrieb von Franz-Josef Stetter in Rainau-Buch bei Aalen (Württemberg). Herr Stetter betreibt dort ein Spezialunternehmen für Bodenverbesserung, meines Wissens, das einzige dieser Art im ganzen süddeutschen Raum. Herr Stetter hat fast aus-schließlich Schlüter-Schlepper im Einsatz und ist stolzer Besitzer des nur einmal gebauten 500 PS starken Schlüter Profi-Trac 5000, dem stärksten Schlepper Europas von uns kurz und liebevoll der 500-er genannt. Wir kennen Herrn Stetter, sein Team und den 500-er vom 1. Feldtag in Risum.

Bei trüben Wetter verstauen wir unser Gepäck, Karl-Heinz ist aus Aschering ge-kommen um uns Adieu zu sagen. Der Abschied fällt schwer und dann – Karl-Heinz schluckt einmal und sagt dann ganz spontan: „Wißt ihr was, Freunde, ich komme einfach mit euch mit und fahre Morgen mit dem Zug zurück!“ Schnell parkt er noch seinen Wagen um, dann sitzt er bei uns im Bus. Ein Blick noch herüber zur „Post“ und dann rollen wir an München vorbei auf die A8 Richtung Ulm. Am Ulmerkreuz geht es rechts ab nach Norden. Es hat angefangen stark zu regnen, als wir die schwäbische Alb bei Heidenheim erklimmen, glauben wir manchmal in den Wolken zu fahren.

Kurz hinter der Abfahrt Aalen erwartet uns Herr Stetter und lotst uns weiter. Ein Teil von uns findet Unterkunft im Gästehaus der Familie Stetter, die anderen beziehen Quartier in dem noblen Hotel „Adler“.

Nach dem Mittagessen in einem sehr hoch gelegenen Gasthof haben wir Gelegenheit einen größeren Milchviehbetrieb zu besichtigen. Anschließend geht es nach Aalen zum Betriebsgelände der Firma Stetter. Hier treffen wir viele Bekannte vom 1. Feldtag, Stetter-Junior Markus, die beiden Monteure Wolfgang und Uwe und ...den 500-er. Er steht in einer großen Halle, wie immer blitzblank, vor dem ebenso gepflegten Tieflader-Sattelzug, der ihn damals nach Risum brachte. Er muß natürlich auch raus, wir müssen seinen Sound hören und ihn berühren. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto, vor und auf dem 500-er, besichtigen wir die Werkstatthalle und den Betriebshof. Hier stehen etwa ein Dutzend Schlüter-Schlepper unterschiedlichen Typs und 2 Fendt-Favorit, einer schlüterrot lackiert.

Allen Schleppern sieht man an, daß sie hier hart ran müssen, bei einigen erkennt man die Farbe kaum noch, sie sind von einer weißen Kalkschicht überzogen.

Nach einem stärkenden Trunk in der Betriebskantine geht es dann nach Rainau-Buch zum wunderschönen Anwesen der Familie Stetter. Hier werden wir herzlich von Frau Stetter begrüßt. Nach einem üppigem Essen in der sogenannten „Garage“, die eher einer gediegenen Hotelhalle ähnelt, wird kräftig gefeiert. Weit nach Mitternacht fallen wir todmüde in unsere Betten.

Sonntag 16. März 1997. Nach einem guten Frühstück, herzlicher Verabschiedung von Familie Stetter und wehmütigem Adieu von Karl-Heinz sind wir wieder auf der Auto-bahn. Kurs Nord, es regnet in Strömen. Die A7 führt uns über Würzburg auf die Röhn-Autobahn Richtung Kassel.

Im Bus ist es still geworden – die Luft ist raus – einige von uns haben sich lang gemacht und schlafen. Unter meinen Füßen dröhnt der Diesel, Jürgen fährt was er hergibt. Die Scheibenwischer singen ihr monotones Lied, die überholenden Fahrzeuge ziehen eine langen Regenschleier hinter sich her. So geht es unaufhaltsam nach Norden.

Nach und nach verlassen uns unsere Zusteiger wieder, jedesmal Umarmungen, ein herzlicher und etwas wehmütiger Abschied. Und jedes mal: „Wir sehen uns wieder, spätestens beim 2. Feldtag in Risum-Lindholm.“

Um 19.30 Uhr lenkt Jürgen seinen Bus wieder in die Hofeinfahrt von Hans-Walter.

Er hat uns 5 Tage zuverlässig, sicher und zügig 3000 km durch Deutschland gefahren und ist dabei fast selbst ein Schlüterfan geworden. Für uns ist die Fahrt zu Ende, auf Jürgen warten noch 300 km Leerfahrt nach Kühlungsborn.

Vor vielen Jahren hörte ich im Radio oft ein Schlagerlied mit dem Text: „Eine Reise in den Süden ist für andere schick und fein....“

Für uns war die Reise in den Süden ein unvergeßliches Erlebnis, interessant, lehrreich aber auch anstrengend. Sie war heiter und amüsant und hat auch eins bewirkt: die Bindungen und Verbindungen in unserer großen Schlüterfamilie sind noch enger und tiefer geworden!...

 Dazu die Bilder findet ihr in der Bilder-Galerie

 
Zufalls-Bilder
  • GPS-Geschichte_36Neu
  • Zugriffe: 190
  • Feldtag 2002_36Neu
  • Zugriffe: 151

!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unter Rubrik Termine haben wir auch wieder welche reingestellt!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

In der Bärenhöhle könnt ihr mal vorbei schauen!!!

Weiterlesen


!!!NEWS!!!

Unsere Bilder-Galerie wird auch immer voller!!!

Weiterlesen